Lieferantenauswahl und Warenverteilung in der Arzneimittelwirtschaft

Bestehende Modelle zur simultanen Produktauswahl, Lieferantenauswahl und der Verteilung von Waren setzen eine gleichbleibende Gewichtung verschiedener Kriterien voraus, die in eine multikriterielle Entscheidungsfindung eingehen. Aufgrund verschiedener Werte und Wichtigkeiten der betrachteten Produkte wäre jedoch vielmehr eine flexible Gewichtung notwendig, um auch unterschiedlichen Produkten gerecht zu werden. Dies ist insbesondere in der Gesundheitswirtschaft von großer Bedeutung, in der Arzneimittel beispielsweise nach Dringlichkeit oder Verderblichkeit bestellt und verteilt werden müssen, gleichzeitig allerdings auch ökonomische Restriktionen bestehen.
 
Derzeit existieren nur wenige Modelle, die das Problem der Lieferantenauswahl und Auftragszuweisung auch unter den Nebenbedingungen des Mengenrabatts und verschiedener Wichtigkeiten der Produkte berücksichtigen. Das Ziel der Forschung der Arbeitsgruppe ist es daher, ein mathematisches Modell zu entwickeln, das diese Nebenbedingungen berücksichtigt und als Entscheidungshilfe im Supply Chain Management der Gesundheitswirtschaft eingesetzt werden kann.
 
Die Forschung der Arbeitsgruppe zielt daher darauf ab, ein integriertes Modell zu erarbeiten, das Kapazitätsbeschränkungen und Mengenrabatte berücksichtigt. Die Aufgabe des Modells ist, die Lieferanten und die jeweiligen Bestellmengen der Produkte so zu wählen, dass die Gesamtkosten der Supply Chain minimiert werden (Bestellkosten, Lagerhaltungskosten, Transportkosten) und gleichzeitig weitere Vorgaben eingehalten werden (Budget, Service Level, Lieferzeit und Lagerkapazitäten).
 
 

Abbildung: Lieferantenauswahl und Warenverteilung für Arzneimittel in Äthiopien

 
Dieses Projekt wird durch den DAAD und das äthiopische Ministerium für Bildung unterstützt.